Ein Priester, ein Rabbi und ein Mönch sitzen unweit vom Strand in einem Boot. Sie unterhalten sich. Die Zeit vergeht und der Rabbi beschließt an Land zu gehen. Er steigt aus dem Boot und läuft über das Wasser zum Strand. Der Priester staunt nicht schlecht. Nach kurzer Zeit folgt der Mönch dem Rabbi. Er steigt aus dem Boot, läuft über das Wasser an Land. Der Priester ist fassungslos, lässt sich aber nicht beirren und denkt :" Das bekommt ich doch wohl allemal hin. Er reckt sich empor, steigt aus dem Boot und..... fällt ins Wasser. Die beiden am Strand sehen staunen zu und nachdem sie sich vom Lachen erholt haben der ruft ihm der Rabbi zu: "Hey, auf die Steine musst du schon treten".
Angst vor dem Ertrinken. Der Meister hatte mit seinen jungen Schülern einen Ausflug gemacht. Zur Rast setzen sie sich an das Ufer eines Flusses, das steil hinab ging. Einer der Schüler fragte: "Sag Herr, wenn ich nun abrutschen würde und in den Fluss falle, müsste ich dann ertrinken?" "Nein" antwortete der Meister "Du ertrinkst nicht, wenn du in den Fluss fällst - du ertrinkst nur dann, wenn du drin bleibst." Von Mello, Anthony
Zwei Schüler stritten erbost. Der Meister kam hinzu und fragte: "Was ist der Grund für Euren Streit?" "Ach Herr, wir können uns nicht einigen. Ich sage, dass das Leben schwer ist und er behauptet, es sei einfach. Wer von uns hat Recht?" Der weise alte Mann lächelte sanft und sagte: "Oh, das ist eine leichte Frage - Ihr habt beide recht!" Und während die Schüler ihn verständnislos anblickten, fügte er noch hinzu: "Das Leben ist immer genau so, wie Ihr glaubt, dass es ist."
Über die Schnelligkeit Till
Eulenspiegel ging eines schönen Tages mit seinem Bündel an
Habseligkeiten zu Fuß zur nächsten Stadt. Auf einmal hörte er, wie sich
schnelle Hufgeräusche näherten und eine Kutsche hielt neben ihm. Der Kutscher hatte es sehr eilig und rief: "Sag schnell - wie weit ist es bis zur nächsten Stadt?" Till Eulenspiegel antwortete: "Wenn Ihr langsam fahrt, dauert es wohl eine halbe Stunde. Fahrt Ihr schnell, so dauert es zwei Stunden, mein Herr." "Du Narr" schimpfte der Kutscher und trieb die Pferde zu einem schnellen Galopp an und die Kutsche entschwand Till Eulenspiegels Blick. Till Eulenspiegel ging gemächlich seines Weges auf der Straße, die viele Schlaglöcher hatte. Nach etwa einer Stunde sah er nach einer Kurve eine Kutsche im Graben liegen. Die Vorderachse war gebrochen und es war just der Kutscher von vorhin, der sich nun fluchend daran machte, die Kutsche wieder zu reparieren. Der Kutscher bedachte Till Eulenspiegel mit einem bösen und vorwurfsvollen Blick, worauf dieser nur sagte: "Ich sagte es doch: Wenn Ihr langsam fahrt, eine halbe Stunde..."
Glück! Ein Weiser Mensch wird gefragt:" Glauben Sie an das Glück?" "Aber ja, sagt der Weise mit einem Augenzwinkern , wie lässt es sich sonst erklären, das Menschen erfolgreich sind, die man nicht mag?"
Auf der Durchreise. Ein junger Mann reiste durch Polen und besuchte einen Rabbi, der für seine große Weisheit berühmt war. Dieser Rabbi lebte in einer bescheidenen Hütte, die nur aus einem einzigen Raum bestand. Außer vielen Büchern, einem Tisch und einer Bank besaß er keine weiteren Möbel. Der junge Mann fragte: "Sag Rabbi, wo sind deine Möbel?" "Wo sind denn deine?" fragte der Rabbi zurück. "Meine?" fragte der junge Mann überrascht. "Aber, ich bin doch nur auf der Durchreise!" "Ich auch, „ antwortete der Rabbi "ich auch."
Ein Suchender hört von einem großen Meister der in den Bergen leben soll. Er macht sich auf, um endlich die Sinnfrage des Lebens beantwortet zu bekommen. Wochenlang schleppt er sich durch die Berge und endlich findet er den Meister. Mit letzter Kraft zieht er sich in die Höhle und fragt: „ Meister, erkläre mir den Sinn des Lebens.“ Der Meister sieht den erschöpften Mann an und nach langer Überlegung sagt er: „Och, das Leben …das ist wie eine Zwiebel. “Was, stöhnt da der Arme völlig verzweifelt, ich quäle mich hier wochenlang hoch, bin am Ende meiner Kräfte und du hast mir nichts anderes mitzuteilen als, dass das Leben wie eine Zwiebel ist“? Der Meister sieht ihn mit tiefen Mitgefühl an, zuckt mit den Schultern und sagt: „Wenn du meinst, nun dann ist das Leben eben keine Zwiebel.
Ein alter und ein junger Mönch sind auf dem Weg ins Kloster. Plötzlich hört der Ältere eine Stimme, die um Hilfe ruft. Er schaut sich um und sieht eine wunderschöne Frau hilflos an einem Bach stehen. Sie bittet ihn, er möge sie doch über den Bach tragen. Der Mönch strahlt; ohne zu zögern nimmt er die Frau auf den Arm und trägt sie auf die andere Seite. Die beiden Mönche setzen ihren Weg fort. Nach einiger Zeit sagt der Jüngere entrüstet: "Ist es uns nicht verboten eine Frau anzusehen, und du hast sie berührt und es sogar noch genossen.“ Der alte Mönch sieht den Jüngeren erstaunt an und sagt: "Ich habe die Frau vor zwei Stunden abgesetzt.Pass bloß auf, sonst wirst du sie uns noch ins Kloster tragen."
Himmel und Hölle. Ein sehr kämpferischer und aggressiver Samurai forderte einmal einen Zenpriester auf, ihm zu erklären, was Himmel und was Hölle ist. Der weise Priester erwiderte verächtlich: "Du bist nichts als ein Flegel, mit deinesgleichen vergeude ich nicht meine Zeit!" Da war der Samurai natürlich in seiner Ehre getroffen und wurde rasend vor Wut. Er zog sein Schwert aus der Scheide und schrie den Priester an: "Für deine Frechheit sollst du sterben!" "Das ist", gab ihm der Priester gelassen zurück, "die Hölle." Verblüfft von der Erkenntnis der Wahrheit dessen, was der Priester über die Wut gesagt hatte, die er gerade erlebt hatte, beruhigte sich der Samurai. Er steckte das Schwert in die Scheide und dankte dem Priester mit einer Verbeugung für die Einsicht. "Und das", sagte der Priester, "ist der Himmel."
Der General und der Mönch. Ein General, der mit seinen Soldaten zu Pferd unterwegs war, traf auf einen Zen-Mönch, der in Zazen saß. Der General rief ihm zu: "He, du da! Mönch! Geh mir aus dem Weg." Der Mönch sass regungslos da und schwieg. "Bist du denn taub? Hast du nicht gehört? Ich habe dir gesagt, du sollst mir aus dem Weg gehen." Aber der Mönch blieb weiterhin unbeweglich und still. Von seinem Pferd herunter rief der General ihm drohend zu: "Ich glaube, du weisst nicht, wen du vor dir hast? Vor dir ist ein Mensch, der dich jederzeit töten kann, ohne mit der Wimper zu zucken." Da schaute der Mönch auf und antwortete: "Ich glaube, du weißt nicht wen du vor dir hast? Vor dir sitzt ein Mensch, der jederzeit sterben kann, ohne mit der Wimper zu zucken."
Zwei Wölfe... Ein alter Indianer saß mit seinem Enkelsohn am Lagerfeuer. Es war schon dunkel geworden und das Feuer knackte, während die Flammen in den Himmel züngelten. Der Alte sagte nach einer Weile des Schweigens: "Weißt du, wie ich mich manchmal fühle? Es ist, als ob da zwei Wölfe in meinem Herzen miteinander kämpfen würden. Einer der beiden ist rachsüchtig, aggressiv und grausam.Der andere hingegen ist liebevoll, sanft und mitfühlend." "Welcher der beiden wird den Kampf um dein Herz gewinnen?" fragte der Junge. "Der Wolf, dem ich mich zuwende und füttere" antwortete der Alte.
Die letzten Worte des Meisters. Ein alter Zen-Meister stand am Ende seines Lebens. Seine Schüler versammelten sich um sein Sterbebett. Einer von ihnen wusste, dass der Meister sein ganzes Leben lang eine besondere Art von Keksen geliebt hatte. So war er am Tage zuvor durch die Stadt gelaufen, um diese Kekse aufzutreiben. Glücklich bot er dem Meister nun einen solchen Keks an. Der alte Mann nahm ihn mit zitternder Hand und einem müden Lächeln. Er führte ihn zum Mund und kaute langsam. Seine Kräfte schwanden zusehends. Ein Schüler fragte leise, ob er noch eine letzte wichtige Botschaft für sie habe. Der Meister nickte. Die Schüler rückten ganz nahe zum Meister, um seine schwache Stimme zu hören. "Diese Kekse sind einfach wunderbar." und er verstarb.
"Geschickt gefragt! Es waren einmal zwei Mönche, die es einfach nicht lassen konnten, während des Gebets zu rauchen. Weil sie aber das schlechte Gewissen plagte, schrieben sie jeder einen Brief an den Bischof, um ihn dazu zu seiner Meinung zu befragen. Als Antwort erhielt der eine Mönch eine Erlaubnis, der andere jedoch ein Verbot. Darüber wunderten sie sich sehr. Der Mönch, dem das Rauchen erlaubt wurde, fragte den anderen: "Was hast du denn den Bischof gefragt?" "Ich habe gefragt, ob ich während des Betens rauchen darf." "Und ich", antwortete der, der eine Erlaubnis bekommen hatte, "habe gefragt, ob ich während des Rauchens beten darf." Wer hat recht?
Wirklich schwierig! Ein junger Mann kam zum Meister und berichtete ihm von seinen Erlebnissen. "Im Himalaja traf ich einen weisen, alten Mann, der in die Zukunft sehen kann. Diese Kunst lehrte er auch seinen Schülern." sprach er voller Begeisterung. "Das ist keine Kunst." sprach der Meister. "Mein Weg ist viel schwieriger." "Wirklich?" fragte der junge Mann. "Wie ist Euer Weg, Herr?" "Ich bringe den Menschen bei, die Gegenwart zu sehen."
Der Suchende. Er suchte nach einer Lösung für sein Problem, konnte sie aber nicht finden. Er suchte immer heftiger, immer verbissener, immer schneller und fand sie doch nirgends. Die Lösung ihrerseits war inzwischen schon ganz außer Atem. Es gelang ihr einfach nicht, den Suchenden einzuholen, bei dem Tempo, mit dem er hin- und herraste, ohne auch nur einmal zu verschnaufen oder sich umzusehen. Eines Tages brach der Suchende mutlos zusammen, setzte sich auf einen Stein, legte den Kopf in die Hände und wollte sich eine Weile ausruhen. Die Lösung, die schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte, dass der Suchende einmal anhalten würde, stolperte mit voller Wucht über ihn! Und er fing auf, was da so plötzlich über ihn hereinbrach und entdeckte erstaunt, dass er seine Lösung in Händen hielt.
Wie viel wiegt das Leben? Ein Schüler kam zu einem weisen alten Mann. "Herr" sprach er mit schleppender Stimme "das Leben liegt wie eine Last auf meinen Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter dem Gewicht zusammenzubrechen." "Mein Sohn" sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln "das Leben ist leicht wie einer Feder." "Herr, bei aller Demut, aber hier musst du irren. Denn ich spüre mein Leben wie eine Last von tausend Pfunden auf mir. Sag, was kann ich tun?" "Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schultern laden." sagte der Alte, immer noch milde lächelnd. "Aber..." wollte der Junge einwenden. Der alte Mann hob die Hand: "Dieses "Aber", mein Sohn, wiegt allein tausend Pfund."
Neuronale Trampelfade oder Autobiographie in fünf Schritten Erster Tag: Ich gehe eine Straße entlang, am Gehsteig. Plötzlich tut sich vor mir ein Loch im Boden auf. Ich stürze hinein. Ich bin verloren. Ich weiß, ich muss sterben. Kläglich rufe ich um Hilfe. Dann, nach endlos langer Zeit, kommt mir jemand zu Hilfe, hilft mir heraus aus dem Loch. Zweiter Tag: Ich gehe die gleiche Straße entlang, am gleichen Gehsteig. Vor mir tut sich unerwartet wieder das Loch im Boden auf. Ich stürze hinein. Ich habe Angst. Aber ich rapple mich auf, und ich erkenne, dass es eine Möglichkeit gibt, wie ich mich selbst befreien kann. Das ist mühsam, aber es gelingt mir schließlich doch. Dritter Tag: Ich gehe die gleiche Straße entlang, am gleichen Gehsteig, und da ist wieder das gleiche Loch. Ich falle wieder hinein - aus reiner Gewohnheit. Ich ärgere mich über mich selbst, klettere auf dem mir nun schon bekannten Weg heraus und gehe weiter. Vierter Tag: Ich gehe wieder die gleiche Straße entlang, am gleichen Gehsteig, sehe das Loch vor mir - und wechsle die Straßenseite. Fünfter Tag: Ich nehme eine andere Straße.
Über das Sehen. Die Schüler hatten den Meister bereits eine Weile beobachtet und wollten nun von ihm wissen, welche Art der Meditation er denn jeden Morgen im Garten praktizieren. Der Meister antwortete ihnen: "Wenn ich aufmerksam schaue, sehe ich den Rosenstrauch in voller Blüte." Darauf fragte einer seiner Schüler:" Aber warum muss man denn aufmerksam schauen, um den Rosenstrauch zu sehen? Die Blüten sind doch wirklich auffällig." Der Meister sagte : "Damit man wirklich den Rosenstrauch sieht, und nicht die eigene Vorstellung davon."